Durchdrehende Reifen auf der Landstraße

Ein Freund arbeitet für Audi. In dieser Funktion durfte ich mal einen RS 6 beifahren. Das sind die PS-geschwängerten Kombis mit vier Milliarden PS. Auf der Rückbank wurde ich selbst im vierten Gang noch in die Sitze gepresst. Ein Wahnsinnsdrehmoment, super Antritt, Reifen drehen durch – das ganze Sportwagenspiel in einem klassischen Familienkombi.

Audi RS 4 Avant

 

Offenbar bringt Audi gerade den neuen RS 4 Avant unter die Leute. Auto Bild hat erste Bilder von dem 450-PS-Ungetüm. Ein weiterer Beitrag in der Reihe Car Porn.

Autos der Zukunft: Berühr den Touchscreen, brumm, brumm

Das Wall Street Journal wirft einen Blick auf die Anstrengungen der US-Autohersteller, ein connected car zu bauen: mit Tweets und Touchscreens.

http://online.wsj.com/article/SB10001424052970203824904577213041944082370.html

So krass wie Tesla machen das wenige. Da ist das Armaturenbrett ein großes Touch-Irgendwas. Und dann kann man wittern und facebooken und alles.

These vehicles can do everything from book a restaurant to delivering Twitter feeds—all at 65 miles an hour.

Car Porn: Autojournalismus als reine Unterhaltung

Journalismus hat immer auch die Aufgabe, das Publikum zu unterhalten. Qualitätsmedien vergessen das manchmal. Manchmal schießen Onlinemedien über das Ziel hinaus und schielen nur auf den schnellen Klick für den Augenblick. Möglichst viele davon, Stefan Niggemeier kann ein Lied davon singen.

Unterhaltsam scheinen die Texte zu sein, in denen es um hohe dreistellige PS-Werte und Drehmomente gibt. Allemal dreistellig sind aber auch die Zahl der Fahrzeuge, die davon nach Deutschland kommen.

Auto News bringt eine Story über einen offenen Ford Mustang mit 650 PS. Ich habe wohl erst zwei Mustangs im Leben gesehen, eine davon in München. Mehr werden es wohl nicht weiter. Bezug zur Lebenswirklichkeit von Menschen und Autofahrern? Null. Aber Unterhaltung, Träumen, so etwas wie die Kelly Bag in Autoform. Oder der Reisebericht einer Mount-Everest-Besteigung. Man kann es Fantasiejournalismus nennen. Ich nenne es Car Porn. Das werde ich in loser Folge mal häufiger versuchen hier aufzugreifen, wenn ich eklatante Beispiele finde.

Hier ist die US-Microsite für den übermotorisierten Mustang, bei dem ich schwören könnte, das sich die Karosserie nach US-Bauart bei der Power leicht verzieht.

Kostencheck als Galerie: Klick, Klick, Klick

Das erste Opfer des modernen deutschen Online-Journalismus ist die Tabelle.
Stefan Niggemeier

Eine wunderbare Illustration dieser These von 2008 bringt autobild.de mit der Galerie der 50 SUVs im Kosten-Check: http://www.autobild.de/artikel/betriebskosten-vergleich-2799905.html

Dennoch erstaunlich, dass einige teure Fahrzeuge über die Laufzeit recht niedrige Kilometerpreise erzeugen.

Bei minus neun Grad Celsius offen Cabrio fahren

BMW 328i Cabriolet 1998

Angeber gibt es viele. Viele von ihren fahren Angeberautos. Ein schickes Angeberauto ist ja zum Beispiel ein BMW 3er Cabrio. Damit kann man auch im Winter offen fahren. Wie sagte eins ein väterlicher Freund zu mir: “Klar, mit meiner Corvette bin ich auch im Januar offen gefahren. Man musste halt die Heizung voll aufdrehen.”

Bei der derzeitigen sibirischen Kältewelle in Deutschland ist es dennoch eine Leistung, wie ich finde. Mit Mütze und Sonnenbrille und Schal saß tatsächlich letzte Woche ein Mann in einem offenen BMW 3er auf der Landstraße – und fuhr bestimmt 70.

Hätte gerne ein Foto von seiner Klimaanlage gemacht. Die stand bestimmt auch auf 70 Grad.

Wenn Autohersteller Autovermietung üben: BMW

Autohersteller versuchen oftmals neue Dinge. BMW hat mit dem Mini die Marke nach unten erweitert. Mercedes hat den Stern mal vom Kühlergrill heruntergeholt und bei den Coupés auf den Kühlergrill gepappt. Sah schlimm aus, so wie neue Dinge oft mal in die Hose gehen können.

Mercedes W140 Coupe

Die wohl größten Kunden der deutschen Autohersteller im Premium-Bereich sind die Autovermieter. Sixt bietet über diesen Weg etwa auch Leasingkonditionen an. Damit verbessert sich die Marge an den günstig eingekauften Autos nochmals.

BMW übt in der BMW Welt in München am Mittleren Ring seit Ende 2010 einen Vermietungsservice: Alle aktuellen Modelle sind dort mietbar. BMW on Demand nennt sich das Ganze.

Das habe ich bereits einige Male gemacht und möchte von den Erfahrungen erzählen. Die sind so, wie man sich das von einer Erfahrung mit dem Autovermieter wünscht. Anders kann man das gar nicht sagen:

BMW world / BMW Welt

  • zuvorkommender Service am Counter: Sehr nette Mitarbeiter erklären die Formalitäten. Da erst beim Zurückbringen abgerechnet wird, wird zu Beginn der Mietzeit noch eine 750-Euro-Pauschale als Sicherheit auf die Kreditkarte gebucht. Das muss man erklären, wird aber auch gern gemacht.
  • Gute Reservierungstools online: Am PC kann man sich sein Auto aussuchen – und das bekommt man dann auch. Man kriegt keinen „BMW oder so ähnlich“, sondern den BMW 118d mit Navi, wenn man den haben will. M3 gibt es natürlich auch, aber erst ab 25. Und der kostet auch ein bisschen mehr.
  • Storno: Ein Anruf genügt, und das Auto ist wieder kostenfrei storniert. Das geht, solange die Mietzeit noch nicht begonnen hat.
  • Gute Konditionen: Wer ein Auto nur für eine Stunde braucht oder vielleicht doch drei, aber es könnte kürzer werden, zahlt auch nur für jede angebrochene Stunde. Gerade in der notorisch stauverstopften Münchner Innenstadt ein gutes Argument.
  • Tolle Rückgabe: Ein Mitarbeiter schaut sich gemeinsam das Fahrzeug an mit dem Mietenden, liest die Schlüsselkarte aus, oben wird abgerechnet – und schon ist man wieder an der U-Bahn.
  • Ich habe jedenfalls auch schon wieder ein drittes und ein viertes Mal gebucht, weil es nicht immer ein Auto über das ganze Wochenende sein muss. So wie es die Anbieter wie Sixt und Europcar unvergleichlich viel billiger anbieten. Aber für kurze Zeiträume, etwa über Nacht, lohnt sich der Blick auf das Preismodell von BMW on Demand.

    Auch BMW hält die Erfahrungen wohl für gute. Mit Drive Now ist der Hersteller in die Carsharing-Szene und damit in die Breite in München expandiert: Das dann aber zumindest zusammen mit dem wahrscheinlich größten Fahrzeugkunden des Konzerns, dem Autovermieter Sixt – https://www.drive-now.com/so-funktionierts/.