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Soll ich das pushen?

Für Autohersteller gilt das, was für jede Branche gilt: Software frisst die Welt auf. Alles wird Software. Netflix hat mal DVDs in den Briefkasten geworfen, das ist längst ein Streamingdienst.

Tesla ist das Netflix der Autobranche – hat gezeigt, wie man mit einem aus der Ferne einspielbaren Betriebssystem-Update die Herstellungszyklen verändert. Over-The-Air-Update, OTA kurz, nennen das die Autohersteller. Das Auto kann auf einmal dasselbe wie das Smartphone – per WLAN die neueste Software vom Hersteller laden, und der Hersteller haftet für die Software.

Denn bisher, sagen wir so irgendwann zwischen 2015 und 2020, haben die Menschen beim Hersteller noch in folienverschweißten Softwarepaketen gedacht. Der neue 5er, die neue S-Klasse, das folgt immer noch dem Denken von erst kommt XP, dann Vista.

Das liegt natürlich in der Natur der Sache – die Produktion bestimmt ganz viel am Fahrzeug. Das habe ich von Horace Dediu gelernt. Hier ein Foto aus der Fabrikplanung von BMW

Virtual factory planning @BMW Group. Pressefoto BMW

Mein neues Auto war hier schon Thema, und es schickt mir jetzt Push-Nachrichten.

Entriegelt.

Verriegelt.

Was ich mich bei einer Push-Nachricht frage: Sollte die nicht wirklich hilfreich für mich sein, wenn sie mich schon im Leben unterbricht? Das ist eine der Fragen, die ich aus dem Journalismus mitgenommen habe.

Mein Smartphone mit der App, die ich im Mercedes-Me-Programm angemeldet habe, hatte ich dabei. Mit im Auto. In dem Moment, indem das Auto von meiner Frau entriegelt wurde. Und das Smartphone spielte sogar Musik ab.

Sollte ein Service nicht so schlau sein, dass er das weiß?

Ich glaube, ich werde das der Autoindustrie mal erzählen müssen. Das, was ich vom Service-Design gelernt habe. Das hier wird eine lose Serie, denke ich.

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